Der alte Rosenstock – Ein Bild für Ihr Potenzial
In meiner Arbeit nutze ich gern ein bestimmtes Bild, um das schöpferische Potenzial zu beschreiben, das in jedem von uns wohnt: das Bild eines alten Rosenstockes. Sein Stamm mag knorrig und holzig sein, doch er trägt die Kraft in sich, immer wieder neue, frische Seitentriebe hervorzubringen. Für mich das perfekte Sinnbild für das, was wir in der gemeinsamen Arbeit erleben: Er ist mehr als nur die Summe aus Erde, Wasser und Licht. Er ist eine lebendige Antwort auf seine Umwelt.
Der systemisch-therapeutische Prozess ist oft anstrengend. Er erfordert Geduld, weil die eigenen Ressourcen unter dem Alltag oder alten Verletzungen verschüttet liegen können. Umso bewegender ist der Moment, wenn Klient*innen diese innere Kraft wiederentdecken. Zu spüren: „Ich selbst bin die Expertin/der Experte für mein Leben“ – das ist der erste große Schritt zur Veränderung. Aus dieser Überzeugung heraus entstand mein Leitsatz für SOULFOOD BERLIN: „Es ist alles in mir, ich vertraue darauf und schöpfe daraus auf meinem Weg.“
Watzlawick und das Phänomen der Emergenz
Oft blicken wir in der gemeinsamen Arbeit tief in die Vergangenheit. Wir suchen nach dem „Warum“, nach kausalen Zusammenhängen zwischen dem, was war und dem, was heute ist. Es ist wichtig, transgenerationale Muster oder Überlebensstrategien zu verstehen, um das Heute einordnen zu können. Doch Paul Watzlawick erinnert uns an ein Phänomen, das ich für meine Arbeit als zentral, weil hoffnungsvoll und ermutigend erachte: die Emergenz.
Watzlawick beschrieb es treffend: „Ursache erzeugt Wirkung, aber Wirkung wirkt dann unweigerlich auf die eigene Ursache zurück.“
Wenn Neues entsteht: Mehr als die Summe der Teile
Emergenz (vom lateinischen emergere – auftauchen, herauskommen) bedeutet, dass in der Begegnung im Hier und Jetzt etwas völlig Neues entsteht. Etwas, das sich nicht allein aus der Vergangenheit erklären lässt.
Wenn wir heute miteinander in Beziehung treten, uns verhalten und kommunizieren, entstehen „Neubildungen“. Es ist wie eine chemische Reaktion: Aus zwei Elementen entsteht ein neuer Stoff mit völlig neuen Eigenschaften.
Für Sie bedeutet das: Ihre Zukunft ist nicht allein durch Ihre Vergangenheit determiniert. In der systemisch-therapeutischen Begegnung erschaffen wir einen Raum in dem neue Dynamiken und Wege möglich werden, die vorher nicht absehbar waren.
Wir reagieren nicht nur aufeinander, sondern schaffen gemeinsam eine neue Ebene des Verstehens, die weit darüber hinausgeht, was jeder für sich mitgebracht hat.
Reframing als Chance zur Gestaltung
Warum fällt uns das im Alltag oft so schwer? Watzlawick erklärt es damit, dass wir selbst Teil des Systems sind. In unseren eigenen Mustern und Beziehungen sind wir wie Fische im Wasser: Wir merken gar nicht, dass wir darin schwimmen. Uns fehlt die emotionale Distanz, um „aus der Sache herauszutreten“. In der systemisch-therapeutischen Arbeit nutzen wir deshalb Werkzeuge wie das Reframing (Umdeutungen), um festgefahrene Blickwinkel zu lockern und neue Prozesse sichtbar zu machen. Das Verständnis von Emergenz ist für mich dabei wie „guter Humus“: ein nahrhafter Boden, auf dem Veränderung gedeihen kann.
Es ist nie zu spät
Wie Virginia Satir schon sagte: Es ist nie zu spät – es wird mit dem Alter höchstens etwas mühsamer. Ich sehe mich in meiner Praxis als Wegbegleiterin. Gemeinsam spüren wir Ihre verschütteten Ressourcen auf und stärken Ihr Bewusstsein für Ihre heutige Handlungsfähigkeit. Das Gefühl, wieder eigenverantwortlich und in einer stimmigen Balance zwischen Gefühl und Ratio zu sein, ist kraftvoll – und für mich die schönste Art, Menschen zu begegnen.
„Möchten auch Sie Ihren eigenen Ressourcen wieder auf die Spur kommen? Ich freue mich darauf, Sie in meiner Praxis ein Stück Ihres Weges zu begleiten.“











